DIE GELIEBTE STIMME

Die Geschichte einer bis ins Tiefste aufgewühlten, weiblichen Seele. 

"Die geliebte Stimme" gehört zu JEAN COCTEAU's berühmtesten Stücken und zählt heute zu den modernen Klassikern. Der Einakter ist der bewegende Monolog einer Frau zwischen Hoffnung, Verzweiflung und Selbstverleugnung.

Das Publikum wird Zeuge des allerletzten Telefonats einer Frau mit ihrem Geliebten, der sie verlassen hat, um eine andere zu heiraten. 

Noch ein letztes Mal will sie mit ihm telefonieren, denn sie kann ihn nicht lassen, auch wenn sie sagt, sie habe die Trennung überwunden. Sie gibt sich vernünftig, zivilisiert, versucht kühl zu erscheinen. Aber sie lügt, weint, wartet verzweifelt auf ein Zeichen von ihm. Sie will ihm nichts vorwerfen und doch gerät ihr alles zum Vorwurf. Macht und Ohnmacht, Stärke und Schwäche, Abhängigkeit und Souveränität wechseln sich ab. Am Ende steht das Schweigen, der Tod. 

Ein beeindruckendes Psychogramm einer unmöglichen Liebe. 

Jean Cocteau: "Die Figur ist ein durchschnittliches Opfer, mit Haut und Haar verliebt." 

mit Sissy Boran
Regie: Erich M. Wolf

KOMÖDIE AM KAI
A-1010 Wien, Franz-Josefs-Kai 29
Telefon +43-1-5332434   Fax +43-1-5332434-76
tickets@komoedieamkai.at
IMPRESSUM


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LANGUSTEN

Der Theater-Klassiker von FRED DENGER über das Älter-werden, die Einsamkeit und soziale Diskriminierung. 

Der Alltag der herzensguten, ehrlichen Marie Binder ist wahrlich kein leichtes Leben. Nachdem sie der Vater ihres Sohnes im Stich gelassen hat, schlägt sie sich allein durchs Leben, in dem sie in Kramer's Delikatessengeschäft putzt - sich tagtäglich auf Knien ihr Geld hart verdient.
Ihr 60. Geburtstag - große Erwartungen, Hoffnung auf ein wenig Ausbruch aus ihrer Vereinsamung. Völlig unerwartet erlaubt ihr ihr Chef sich an ihrem Ehrentag etwas in der Auslage auszusuchen - sie wählt eine Languste. Für sie der Inbegriff der feineren Genüsse, die sie im Leben versäumt hat.

Das wird ein Festessen und endlich mal wieder - wenn auch nur für ein paar Stunden - hat sie Gesprächsgefährten! 

Jetzt sitzt sie in ihrer armseligen Hinterhofwohnung und wartet auf die Geburtstagsgäste - die aber nicht kommen... Und sie wartet auf einen Besuch oder wenigstens einen Geburtstagsgruß ihres Sohnes, der sich seiner Mutter schämt.

Sie ist anrührend in ihrer Verletztheit und Verzweiflung, wenn sie dem Kanarienvogel und der Wanduhr über ihr Leben erzählt. Gleichzeitig ist sie aufmüpfig und tapfer, hadert mit Gott und will sich gegen ihr Schicksal stemmen. Doch vor ihr am Küchentisch liegt die Languste, die vermaledeite Languste, die schuld an allem Unglück dieses Tages ist: an ihren Gewissensbissen, an ihrer Entlassung, am Krach mit einer Kollegin, am Tod der alten Oma Ritter... 

In ihrer Ausweglosigkeit gelangt Marie zu einer späten Einsicht. 

mit Gertraud Frey
Regie: Sissy Boran 

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Probenausschnitt aus "Langusten"
Zwei spannende Frauenschicksale

von Lona Chernel, Wiener Zeitung vom 09. September 2009

Unter dem Titel "Blaue Flecken auf der Seele" präsentiert die Komödie am Kai "Langusten" von Fred Denger und "Die geliebte Stimme" von Jean Cocteau, interessante Monodramen mit Paraderollen.
Was an dieser Aufführung besticht, ist, dass die zwei Frauenschicksale anders dargeboten werden als gewohnt. Sissy Boran inszenierte die "Langusten", nahm dem Stück Ecken und Kanten und zeigt, dass diese schlichte Frau, die von allen übersehen wird (grandios: Gertraud Frey), eine große Liebende ist.
Nach der Pause spielt Boran dann in Cocteaus berühmtem Monolog die verlassene Geliebte, die Selbstmord begeht. Erich M. Wolf führte sie zu einer beklemmenden darstellerischen Höchstleistung und lässt sie nicht als Opfer des Mannes, sonders als das ihrer eigenen krankhaften Fixierung auf einen Menschen erscheinen – ein spannender Theaterabend.