Vom 8. Oktober 2009 bis 9. Jänner 2010:

HELDEN

täglich, außer Sonntag und Montag
Beginn: 20:15 Uhr
 

Mit:
Martina Ebm, Sissy Scheickl, Stephanie Christin Schneider, Ingo Beck, Leo Braune, Peter Buchta, Josef Pechhacker

REGIE: KLAUS GMEINER
Bühnenbild: Siegbert Zivny

KOMÖDIE AM KAI
A-1010 Wien, Franz-Josefs-Kai 29
Telefon +43-1-5332434   Fax +43-1-5332434-76
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IMPRESSUM
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Das viel zu selten gespielte Theaterjuwel aus der Feder des Literaturnobelpreisträgers 
GEORGE BERNARD SHAW
In dieser hinreißenden Komödie verspottet George Bernard Shaw das verlogene Pathos rund um Krieg, Ruhm, Ehre und Heldentum. 

Im Krieg zwischen Serbien und Bulgarien im Jahre 1885 haben die Bulgaren eine entscheidende Schlacht gewonnen. Die serbischen Soldaten sind auf der Flucht. Unter ihnen auch der in serbischen Söldnerdiensten stehende Schweizer Artilleriehauptmann Bluntschli. 

Seine Verfolger sind ihm dicht auf den Fersen. Im Schutze der Dunkelheit rettet er sich auf den Balkon des nächsten Hauses und dringt in das Schlafzimmer eines jungen Mädchens ein - Raina Petkoff - die sich gerade zur Ruhe begeben will.
 Mit der Pistole an der Schläfe hält er sie in Schach, während unten schon die Verfolger ans Tor hämmern. Aber die unerschrockene junge Dame ist nicht nur die Tochter des berühmten bulgarischen Majors Pawel Petkoff, sondern auch die Verlobte des "Helden" Sergius Saranoff, der die entscheidende Kavallerieattacke gegen die Serben angeführt hat. Mit ihrem bulgarischen Nationalstolz und ihrer flammenden Bewunderung für ihren ruhmreichen Verlobten, muss sie ihren "Feind" den Verfolgern preisgeben. 

Doch sie hat Mitleid mit dem liebenswerten Antihelden, der "wie jeder erfahrene Soldat" in seiner Patronentasche lieber Schokolade als Munition mit sich trägt. Weil ihm erstere aber gerade ausgegangen ist, versorgt Raina ihn mit Nachschub und borgt ihm für die Flucht eine Uniformjacke. 

Als der Hauptmann diese zurückbringt ist Sergius bereits im Triumph aus der Schlacht zurückgekehrt und fordert Bluntschli zum Duell …
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Wider das Heldenpathos

von Lona Chernel, Wiener Zeitung vom 10. Oktober 2009 

Wie schnell wird jemand zum Helden hochstilisiert und wie wenige Menschen sind wahrhaftig heldisch.
Bernhard Shaw, der große Spötter, entlarvt in seiner Komödie "Helden" das Pseudoheldentum schonungslos. Doch auch sein Antiheld ist zwar blitzgescheit, aber beileibe nicht sympathisch.
Hauptmann Bluntschli (köstlich humorig Leo Braune) hat sich als Söldner bei der serbischen Armee verdingt. Er weiß zwar um den Wahnsinn des Krieges, hat ihn jedoch zum Geschäft gemacht. Major Petkoff (sehr komisch Josef Pechhacker), dessen Gattin (charmant Sissy Scheickl) und Tochter Raina (temperamentvoll Martina Ebm) glauben wenigstens selbst, was sie sagen.
Klaus Gmeiner arbeitete in seiner Inszenierung in der Komödie am Kai diese Aspekte scharf heraus, hält der Gesellschaft einen Spiegel vor. Die Figuren des glänzend gebauten, vordergründig sehr unterhaltsamen Stückes sind nicht nur lächerlich, sie sind auch gefährlich. So minutiös wurde das noch selten von einem Regisseur präsentiert.
Kronenzeitung vom 24. Oktober 2009 

Seit Jahren ist die Bühne Garant für unterhaltsame Lustspiele. Das beweist auch die derzeit hervorragende Aufführungsserie des unvergänglichen G.-B.-Shaw-Komödien-Klassikers "Helden". Klaus Gmeiners Inszenierung im bescheidenen Bühnenbild von Siegbert Zivny mit passenden Kostümen von Elisabeth Brenn verfehlt auch im Kellertheater am Franz-Josephs-Kai nicht seine brillante Wirkung. 
Leo Braune ist ein vorzüglicher, perfekt Schwyzzerdütsch sprechender Bluntschli, auch seine Partner Martina Ebm, Sissy Scheikl, Josef Pechhacker als Familie Petkoff, Peter Buchta als fescher Sergius, Stephanie-Christin Schneider und Ingo Beck als das Dienerpaar erfüllen glaubhaft ihre Rollen. 
V.P.