Willkommen       Spielplan       Stücke       Kartenverkauf       Lage       Kontakt       Presse

Vom 10. Februar bis 21. April 2018:

Im Mittelpunkt dieser amüsanten Beziehungskomödie stehen die Ehepaare, Mona und Karl, sowie Sabrina und Oscar. Für sie heißt es: Partnertausch! Warum nicht, wenn jeder daraus auch noch seinen Vorteil zieht?! Zwei Ehemänner, denen der Seitensprung mit der Frau des anderen das eigene Zuhause zum Paradies werden lässt. Doch über die Zeit wird mehr Initiative und Romantik gefordert. Wie es der Zufall will, finden sich beide Paare auf der benachbarten Hotelterrasse Istanbuls wieder...

Eine Komödie von René Heinersdorff

SEI LIEB ZU MEINER FRAU

täglich, außer Sonntag & Montag um 20:15 Uhr

mit Irene Budischowsky, Julia Resinger, Michael Duregger, Christian Spatzek


REGIE: SISSY BORAN

Bühnenbild: Siegbert Zivny

Kostüme: Barbara Langbein

Ein Stück mit Turbulenzen ohne Ende - die für Lachstürme sorgen!

Diese amüsante Beziehungskomödie besticht durch Situationskomik und Wortwitz

und garantiert einen unterhaltsamen und heiteren Theaterabend!

Karl ist Ehemann und Vater, erfolgreicher Zeitungsverleger, knallharter Geschäftsmann, sowie begeisterter Besucher klassischer Konzerte. Und er leistet sich mit Sabrina eine Geliebte, sofern sie in seinen Terminkalender passt. Doch eines Tages platzt ein fremder Mann in sein Büro und fordert ihn auf, sich mehr um Sabrina zu kümmern, als deren Ehemann er sich zu erkennen gibt. Karl, so findet Oscar, beginnt sie nämlich zu vernachlässigen. Er soll die Affäre liebevoller, romantischer und vor allem intensiver gestalten, damit Sabrinas Laune sich auch daheim endlich wieder bessert. Da Oscar droht, Karls Frau Mona zu informieren, beginnt für Karl nun ein Eiertanz zwischen Frau und Geliebter, der ihm zwischen Ammersee, Marrakesch und Istanbul kaum Zeit zum Atmen lässt. Doch anders, als Karl denkt, passen Mona und Sabrina weder in seinen Terminkalender noch in sein antiquiertes Frauenbild und gehen eigene Wege. Auch Oscar hat sich mit seiner Intrige gewaltig überhoben, und mit einem hat keiner der Herren gerechnet: mit weiblicher Solidarität!

SEI LIEB ZU MEINER FRAU während ich mit deiner schlafe

Zufälle können grausam sein, vor allem gegen Seitenspringer


Oscar, ein junger Mann, erscheint beim soignierten Herrn Karl in dessen Chefbüro, um ihm zweierlei mitzuteilen. Erstens eröffnet er ihm, dass er von dessen Verhältnis zu seiner Frau Sabrina in Kenntnis ist, zweitens, und das ist mehr als erstaunlich, ersucht er seinen Nebenbuhler, sich in dieser Angelegenheit etwas mehr Mühe zu geben. Schließlich ist seine Frau nur genießbar, wenn auch der außereheliche Verkehr klappt. Er selbst hat, wie sich im Verlauf des Stückes herausstellt, ebenfalls eine Freundin, Mona mit Namen. Die Dame ist nicht mehr so jung wie seine Angetraute, aber sie hat ungemein viel Sex und Raffinesse. Da Herr Karl ein Zeitungsherausgeber ist, hat er Möglichkeiten, günstige Reisen zu organisieren. Die Planerei mit dem AEG, der außerehelichen Geilheit, führt jedoch dazu, um sowohl Karl mit Sabrina als auch Oscar mit Mona in einem Hotel in Istanbul auf derselben Terrasse einander gegenüberstehen zu lassen. Nachdem nur der Zuschauer weiß, dass Mona die Frau von Karl ist, lässt sich durch gezieltes Verwirrspiel sogar dieser saloppe Partnertausch vertuschen.

Damit stellt sich auch nicht die Frage, ob irgend eine oder einer der Beteiligten was dagegen haben könnte. Andere Paare, die ähnliche Experimente zwecks Auffrischung ehelicher Erotik bereits versucht haben, sind längst nicht in einer so glücklichen Lage, dass sich am Ende alles zum Besten, in diesem Fall zum gemeinsamen Weiterflug nach Marrakesch wendet.

Sissy Boran hat dieses Erfolgsstück von René Heinersdorff auf die Bühne ihrer Komödie am Kai gestellt. Zum Glück hält sie vom Moralisieren genauso wenig wie der Autor und lässt der Handlung ihren freizügigen Lauf. In einem geschickt arrangierten Bühnenbild (Siegbert Zivny), das im Handumdrehen aus dem Chefbüro ein Stundenhotel und die Terrasse des Hotel Bosporus macht, lassen sich die beziehungsmäßigen Verwirrungen mit flottem Tempo und witzig umsetzen.Als Karl gibt Christian Spatzek einen mehr als selbstbewussten Chef, der längst begriffen hat, dass nur der Beischlaf mit anderen Frauen wirklich Vergnügen macht. Dass ihm, dem Fan von klassischer Musik, bei einem Konzert Sabrina über den Weg gelaufen ist, wird von ihm dankend als freundliche Schicksalsfügung angenommen. Die Dame, so ist er der Auffassung, sollte aber gelegentlich wieder an deren Gatten zurückgestellt werden.

Die junge Frau, gespielt wird sie von Julia Resinger, erwartet sich zwar etwas mehr als nur der libidinöse Abtrittsstein zu sein, lässt sich dennoch trotz seiner Nachlässigkeit zum Weitermachen überreden, freilich ohne zu wissen, dass ihr Oscar hinter dem neuen Engagement steckt. Michael Duregger bringt mit diesem gehörnten Ehemann geschickt Komik ins Geschehen. Er hat, so will es die Handlung, tatsächlich eine Affäre mit Mona, und man fragt sich, wie dieser lustige Bursch zu einer solch interessanten Frau gekommen ist. Irene Budischofsky gibt diese verführerische Geheimnisvolle, die nichts von irgendwelchen Vergangenheiten ihres Toy Boys wissen will. Ihre Erschienung ist sowohl im Alltagsoutfit als auch in Reizwäsche ungemein attraktiv und man versteht Oscar, dass er für solch verlockende Betterlebnisse Sabrina betrügt. Nietzsche hätte gesagt: Menschliches, Allzumenschliches, denn ganz ehrlich, wen juckt es nicht immer wieder einmal, Abenteuer zu erleben, die alles andere als stubenrein sind.


Kultur & Wein, 11. Februar 2018

Zwei Paare auf delikaten Abwegen: „Sei lieb zu meiner Frau“ in der Komödie am Kai

René Heinersdorff (geboren 1963 in Düsseldorf) ist ein routinierter und ideenreicher Komödienautor, führt drei Bühnen in Düsseldorf (das Theater an der Kö hat er 1994 gegründet), Köln und Essen – und eines seiner Erfolgsstücke, „Sei lieb zu meiner Frau“, steht derzeit auf dem Spielplan der Komödie am Kai: Stimmungsvoll und temporeich inszeniert von Sissy Boran, ist ihr mit diesem herrlichen Verwirrstück um zwei Ehepaare auf delikaten Abwegen ein wahrer Glücksgriff gelungen.

Oscar platzt in das Büro von Karl, dem toughen Zeitungsherausgeber, und wartet mit ungeheuerlichen Neuigkeiten auf: Nicht nur, dass er, Oscar, längst von der Affäre seiner Frau Sabrina mit Karl weiß – nein, Oscar fordert Karl regelrecht auf, sich als Liebhaber ins Zeug und mehr Romantik an den Tag zu legen, damit Sabrina wieder aufblüht und der Haussegen nicht mehr schief hängt. Andernfalls würde Oscar Karls Gattin Mona von dessen Seitensprüngen informieren, und somit bleibt dem geplagten Karl nichts weiter übrig, als sich Oscars Ansinnen zu fügen. Doch damit beginnen die Turbulenzen erst: Beide Frauen führen eigene Pläne im Schilde, und im Nu trifft man einander auf den Balkonen zweier benachbarter Hotelzimmer in Istanbul wieder…

Pointierte Dialoge und sehr viel Situationskomik hat René Heinersdorff in sein Stück verpackt, die dem vierköpfigen Ensemble in Sissy Borans spritziger Inszenierung alle Möglichkeiten gibt, seine komödiantischen Talente unter Beweis zu stellen. Christian Spatzek kommt als gönnerhafter Karl schneller in die Bredouille als er zu glauben vermag – großartig verkörpert er Karls Metamorphose vom knallharten Medienmanager zu Oscars kleinlautem Komplizen wider Willen, der sich von seiner außerehelichen Beziehung zunehmend gestresst fühlt. Michael Duregger sorgt als listiger Oscar, dessen raffiniertes Vorhaben auf wackeligen Beinen steht, für Humor. Als Karls souveräne Gattin Mona imponiert Irene Budischowsky, die wiederum entspannt die Zweisamkeit mit dem jüngeren Oscar – einem Mann ohne Vergangenheit, wie sie glaubt – genießt. Julia Resinger gefällt als charmante, zuweilen resolute Sabrina, die auch beruflich mit Karl verbandelt ist und sich von ihm zu einem Trip an den Bosporus verführen lässt.

Siegbert Zivny hat ein vielseitiges Bühnenbild geschaffen, das sich mit wenigen Handgriffen der Mitwirkenden im Nu vom Managerbüro in unterschiedliche Wohn- und Hotelzimmer samt zugehöriger Balkone verwandeln lässt. Wer wissen möchte, welche Haken die amüsante Handlung schlägt und wie es beiden Paaren gelingt, die verzwickte Situation zu meistern – dem sei ein Besuch in der Komödie am Kai wärmstens empfohlen!


Anja Schmidt, Kultur Schatulle, 5. März 2018