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10. Februar bis 23. März 2024:

Eine turbulente und aberwitzige Gauner-Komödie vom Erfolgsautor Stefan Vögel

ALLES FÜR MAMA

mit Irene Budischowsky, Victor Kautsch,

Felix Millauer, Rochus Millauer, Rafael Witak


REGIE: SISSY BORAN & ANDREA ECKSTEIN

Bühnenbild: Martin Gesslbauer

Kostüme: Petra Teufelsbauer

Dienstag bis Samstag um 20 Uhr


Was tut ein guter Sohn nicht alles für seine Mutter? Freilich geht nicht jeder so weit, 20 Jahre Knast zu riskieren wie Theo, Herbert und Wolfi.

Dir drei chaotisch, liebenswerten Brüder entführen die schwerreiche Industrielle Konstanze Papenburg, um Geld zu erpressen. Die Mutter der drei mittellosen jungen Männer hatte 40 Jahre lang in Frau Papenburgs Unternehmen gearbeitet, ehe sie von heute auf morgen mittels juristischer Tricks entlassen und aus der langjährigen Dienstwohnung geschmissen worden war. Nicht einmal ihre Abfindung hat sie erhalten. Gewaltsam wollen die Brüder das Recht nun selbst in die Hand nehmen - und riskieren alles für Mama. Aber nicht nur erweist sich Konstanze von Anfang als äußerst wehrhafte Geisel - auch ihr Sohn Christian, der letzte der Papenburgs, macht absolut keine Anstalten für seine "Alte" zu zahlen...

Der Mensch macht Pläne und das Leben macht ganz andere und Mütter sowieso.

Ein groteskes Abenteuer, bei dem ein Gag den nächsten jagt und die Lage für das

dilettantische Gaunertrio immer verzwickter und verrückter wird. Lassen Sie sich überraschen, wie alle Beteiligten aus der Nummer wieder raus kommen...

Das Publikum wird dabei auf jeden Fall bestens unterhalten –

ein wahrlich krimineller Anschlag auf Ihre Lachmuskeln!

ALLES FÜR MAMA und wenn dafür auch der Häfen blüht


Ein aberwitziger Vorschlag, wie 120.000 Euro das Leben verändern können


Die drei Buam haben beschlossen, ihre Mutter Gerechtigkeit zu verschaffen. Sie wurde ohne Abfertigung gekündigt, nach einem langen Leben für die Firma und sogar aus ihrer Wohnung geworfen. Die Folge war ein Herzinfarkt. Schuld daran ist, so lautet der Befund, niemand sonst als die kaltherzige Besitzerin dieses Konzerns, Konstanze Papenburg. Sie entführen die Dame, sind dabei aber alles andere als organisiert, was man vom Opfer beim besten Willen nicht sagen kann. Allein bis hierher verspricht die Story bereits einiges an Komik, die Autor Stefan Vögel bis zur letzten Pointe noch um etliche Gags und Lacher, aber auch mit einer guten Portion Lebensweisheit bereichert hat. Mit „Alles für Mama“ wurde den Müttern in ihren verschiedensten Erscheinungsformen ein Denkmal gesetzt, von der einfachen Frau und Alleinerzieherin bis zur scheinbar lieblosen Allesbesserwisserin, die überzeugt ist, das Glück ihres Sohnes kaufen zu können.

Wenn ein Trio wie Rochus Millauer, Victor Kautsch und Felix Millauer in der Komödie am Kai (Sissy Boran & Andrea Eckstein) einer Frau wie Irene Budischowsky ausgesetzt sind, steht von Anfang an fest, wer bei dieser Untat das Sagen hat. Der praktische Herbert, ein von vielerlei Ängsten geplagter Theo und ein wilder Wolfi haben sich die Tarnnamen Pinguin, Eisbär und Schneemann zugelegt und verheddern sich darin rettungslos in dem Moment, als Konstanze aus ihrer Betäubung erwacht. Die Forderung der Kidnapper beträgt 120.000 Euro, die für ihre Mutter bestimmt sind. Ein lächerlicher Betrag, findet Konstanze, die ihre Firma um einen achtstelligen Betrag just an diesem Tag an Interessenten aus New York verklopfen will. Alles scheint gut auszugehen. Aber weder sie noch die patscherten Entführer haben mit dem Faktor X gerechnet. Christian (Rafael Witak) ist Konstanzes Sohn und hat mit seiner Mutter schon seit Jahren gebrochen.

Er moderiert eine Herzerl-TV-Show und verdient damit recht und schlecht seinen Lebensunterhalt. Trotzdem will er wissen, was mit seiner Mutter passiert, vielleicht aus reiner Neugier. Er macht sie in der von Martin Gesslbauer so richtig armselig ausgestatteten Dienstwohnung ausfindig – und wird selbst zu deren Gefangenen. Warum und wieso, das erzählt ohnehin die Handlung, die flott und amüsant über alle die persönlichen Verwicklungen hinweg fliegt und bis zum Ende spannend bleibt.


Kultur & Wein, 11. Februar 2024

ALLES FÜR MAMA (Premiere 15. Februar 2024)

ALLES FÜR MAMA ist wie ein Musketier-Schwur für die drei ungleichen Brüder Herbert (Rochus Millauer), Theo (Victor Kutscher) und Wolfi (Felix Millauer). Sie tun alles für ihre Mutter, sogar eine Entführung.


Für ein kleines Häuschen im Grünen nach einem Herzinfarkt ihrer Mutti brauchen sie 120.000 Euro. So entführen sie die unbarmherzige kalte Ex-Chefin eines Multimillionen-Konzerns Konstanze (Irene Budischowsky). Sie ist die eigentliche Schuldige am schlechten Gesundheitszustand der Mutter. Bis zur totalen Erschöpfung hat sich diese aufgeopfert und wurde dennoch gekündigt. Die Firmenwohnung ist desolat und zeigt die Verachtung der Dienstgeberin. Nicht gut durchdacht, kidnappen die drei Brüder Konstanze und sind selbst überrascht, dass es auch funktioniert hat. Angekettet am Heizungsrohr, noch betäubt, sind die drei planlos, wie es weitergehen soll. Als Konstanze wieder bei Sinnen ist, übernimmt sie die Führung. Klar strukturiert denken, ohne jegliche Angst und stets ihrer Position bewusst, verunsichert sie die drei Brüder immer mehr. Ihr Sohn Christian (Rafael Witak) will jedoch die für ihre Familie läppische Summe von 120.000 Euro nicht zahlen. Da beginnt bei der alten Dame ein Umdenkprozess. Christian, beliebter Moderator einer Fernsehsendung, welche Familien wieder zusammenführt, ortet dennoch Mutters Handy und erscheint in der Wohnung. Es kommt zu einer verbalen Auseinandersetzung, bei der sich ihre unterschiedlichen Persönlichkeitsentwicklungen zeigen.

Ob die beiden zueinanderfinden und ob es für die liebenswürdigen Kidnapper ein Happy End gibt, ist noch bis zum 23. März in der Komödie am Kai zu sehen.

Stefan Vogels Gauner-Komödie ALLES FÜR MAMA ist im Vergleich zu seinen anderen Stücken, wie etwa „Die Niere“ schwächer im Dialog und Handlungsdrive, was jedoch durch die gelungene Regie von Sissy Boran und Andrea Eckstein sowie Irene Budischowsky (Konstanze), Rochus Millauer (der älteste der Brüder, Herbert) und Rafael Witak (Christian) wettgemacht wurde. Sehr emotional, aber auch rational verkörpern sie ihre Figuren und verleihen ihnen eine gewisse Tiefe.

Irene Budischowsky ist die kalte, emotionslose Geschäftsfrau, die dennoch tief in ihrem Inneren ein großes Mutterherz hat. Konstanze zeigt ihre Liebe durch finanzielle Großzügigkeit, Christian wünscht sich jedoch von ihr primär Einfühlungsvermögen, Verständnis und Nähe. Emotional erklärt er ihr seinen tiefen Schmerz, wie als kleiner Junge sein geliebter Teddy kaputt wurde. Seine Mutter hatte ihn umgehend durch einen neuen ersetzt. War es zwar das gleiche Modell, aber nicht SEIN Teddy, den er über alles geliebt hat.

Felix Millauer als jüngster Bruder Wolfi, ist im stetigen Konflikt mit sich selbst und rastet dadurch ständig aus, und das oft und unkontrolliert.

Viktor Kautsch ist der Neurotiker und mittlere Bruder Theo. Er macht das Gauner Trio, deren Beschreibung „Dümmer als die Polizei erlaubt“ mehr als zutreffend ist, komplett.

ALLES FÜR MAMA ist ein heiteres Stück, das auch zum Nachdenken anregt. Geld kann schließlich Liebe und Zuneigung nicht ersetzen.

4 von 6 Sternen: ★★★★


Michaela Springer, Musicalcocktail

„Alles für Mama“ in der Komödie am Kai: Vier Söhne und viele Turbulenzen

Es hätte ein großer Coup werden sollen, den das ungleiche Brüder-Trio landen wollte: Voller Tatendrang, aber planlos entführen die Brüder Herbert, Theo und Wolfi die Ex-Chefin ihrer Mutter. Die schwerreiche Industrielle hatte es gewagt, ihre ehemalige langjährige Angestellte urplötzlich zu kündigen und darüber hinaus aus ihrer Dienstwohnung zu werfen. Die Rache sollte also auf dem Fuß folgen, und so landet die profitsüchtige Unternehmerin als Geisel just in der schäbigen Unterkunft, in der bis vor Kurzem noch ihre Mitarbeiterin wohnte.

Doch da hat das Trio nicht mit dem Sohn der hartherzigen Frau Papenburg gerechnet: Dieser hat selbst eine Rechnung mit seiner Mutter offen, die ihn, nach seiner Meinung, lieblos und desinteressiert aufgezogen hätte. Somit ist klar: Papenburg junior verweigert die Lösegeldzahlung, und die drei Möchtegern-Ganoven schauen durch die Finger. Welche Allianzen ab da gebildet werden, hat Stefan Vögel (geboren 1969 in Bludenz) in „Alles für Mama“ (uraufgeführt 2009) mit liebenswerten Charakteren und witzigen Wendungen illustriert.


„Alles für Mama“: Gesellschaftskritik mit viel Humor

In der Komödie am Kai bringen die Regisseurinnen Sissy Boran und Andrea Eckstein das Stück in einer höchst vergnüglichen und temporeichen Inszenierung auf die Bühne. Der direkte Vergleich mit Vögels „Die Niere“ zeigt, wie facettenreich der Autor sein Handwerk versteht: „Alles für Mama“ entwickelt sich, im Lauf der Handlung, als durchaus gesellschaftskritisches Stück, das mit viel Humor aufzeigt, dass man das wirklich Wichtige im Leben nicht mit Geld kaufen kann.

Das fünfköpfige Ensemble brilliert im trist anmutenden Wohnzimmer der renovierungsbedürftigen Dienstwohnung (Bühnenbild: Martin Gesslbauer, Kostüme: Petra Teufelsbauer): Irene Budischowsky ist die resolute Chefin, die sich, gekidnappt und mit Handschellen an ein Heizungsrohr fixiert, als Geisel wiederfindet, und dennoch gleich die Zügel in die Hand nimmt. Blickdichte Strumpfhosen auf den Köpfen der Entführer und vertauschte Tarnnamen sorgen dafür, dass die gesetzwidrige Aktion nicht wie geplant klappt. Die Vorhaltungen ihres Sohnes Christian (Rafael Witak), dass sie sich nicht ausreichend um ihn gekümmert hätte und die Geschicke des Familienunternehmens immer vordringlicher gewesen wären, kommen für Frau Papenburg sehr überraschend. Doch tatsächlich ist sie nicht so hartgesotten wie sie vorgibt und lernt dazu, als Christian ihr von seinen Kindheitserinnerungen erzählt: Statt seinen Lieblingsteddy, der kaputt war, zu reparieren, erhielt er einen nagelneuen. Gefühle lassen sich nun einmal nicht mit Geld aufwiegen, das ist jene Lektion, die die Firmenchefin als Mutter lernen muss.

Das Brüder-Trio wiederum weiß, wie schwer es ihre alleinerziehende Mutter hatte, die noch dazu nicht einmal eine Abfertigung bei ihrer Kündigung bekam. Rochus Millauer als tonangebender Herbert, Victor Kautsch als ängstlicher Theo und Felix Millauer als draufgängerischer Wolfi verkörpern liebenswert-patscherte Entführer, die alle Hebel in Bewegung setzen, um die Ungerechtigkeit, die ihrer Mama widerfahren ist, heimzuzahlen.

Fazit: Wer wissen will, wie das herrlich gespielte Stück ausgeht und ob sich eine Versöhnung im Hause Papenburg anbahnt, dem sei ein Besuch in der Komödie am Kai wärmstens empfohlen!


Anja Schmidt, Kulturschatulle, 3. März 2024