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Vom 12. April bis 14. Mai 2022:

Alter schützt vor Liebe nicht. Das muss Christine erfahren, als Hermann ihr ins Haus fällt, als wäre er vom Vollmond verhext. Eigentlich sitzt sie schon auf gepackten Koffern, denn nach dem Tod ihres Mannes will sie Wien gegen Florenz eintauschen. Da kommt ihr der alte Freund der Familie ungelegen. Und er entpuppt sich vollends als Schreckgespenst, als er eine Liste mit plausiblen Gründen für eine Heirat herausrückt, halbe Miete und biologische Bedürfnisse inbegriffen.

Mit allen Mitteln versucht er den Umzug zu verhindern. Aber es gelingt ihm weder, die Möbelpacker zu bestechen, noch die Begehrte in der Nacht von seinen Vorzügen zu überzeugen. Bis... ?!


Der Name Gerhard Bronner bürgt für Qualität und seine Texte und Kabaretts

haben das Publikum schon seit Jahrzehnten zu Lachsalven hingerissen.

Freuen Sie sich auf einen bezaubernd-komischen Theaterabend,

bei dem die Lachmuskeln strapaziert werden und kein Auge trocken bleibt.

Eine Komödie von Richard Baer/Gerhard Bronner

Eine spannende Komödie, die mit pointiertem Wortwitz und berührender Ehrlichkeit von der Freundschaft zweier Menschen erzählt, von den Verwirrungen ihrer Gefühle und von ihrem Mut, das Abenteuer Liebe noch einmal zu wagen.

VERMISCHTE GEFÜHLE

mit Doris Richter-Bieber, Lara Neversal,

Tony Bieber, Rudolf Larsen

REGIE: CHRISTIAN SPATZEK

Bühnenbild: Siegbert Zivny

Kostüme: Barbara Langbein

VERMISCHTE GEFÜHLE Fein gewürzt mit einem Heiratsantrag

Schmunzeln über eine amüsant-seltsame Liebeserklärung


Hermann Löwy ist durch und durch Geschäftmann. Aber er ist trotz seiner vorgerückten Jahre noch paarungswillig, weil einsam. Die über alles geliebte Frau, Ilse, ist vor einigen Jahren gestorben, der Sohn lebt in Deutschland als erfolgreicher Arzt und seine offenbar einzige Unterhaltung sind die Streitereien mit seinem Buchhalter. Was liegt also näher, als sich in der vertrauten Umgebung nach einem Objekt für einen weiteren gemeinsamen Lebensweg umzuschauen. Infrage kommt nur Christine Rieder. Sie ist die Witwe seines besten Freundes Erich. Man kennt einander seit Jahrzehnten und, so die Kalkulation von Hermann, sind unangenehme Überraschungen ausgeschlossen. Beinahe hätte er sich getäuscht. Christine ist drauf und dran zu ihrer Freundin nach Florenz zu ziehen. Für die Auflösung des Wiener Hausstandes hat sie bereits eine Speditionsfirma beauftragt. Als er in der fast ausgeräumten Wohnung erscheint, ist er anfangs wenig willkommen. Christine hat nicht im Entferntesten damit gerechnet, von Hermann einen Heiratsantrag zu bekommen. Es folgt eine wortwitzige, von berührender Menschlichkeit geleitete Diskussion, ob eine Ehe zwischen zwei sich so vertrauten Senioren möglich wäre.

Unter dem deutschen Titel „Vermischte Gefühle“ hat Gerhard Bronner das englische Original „Mixed Emotions“ von Richard Baer ins Wienerische übertragen und damit wunderbar heimisch gemacht. Die Komödie am Kai erweist sich für dieses Kammerstück als ideale Bühne. Unter der umsichtigen Regie von Christian Spatzek lässt das Ensemble bereits dagewesene Produktionen gerne vergessen. Rudolf Larsen ist der brummige Hermann Löwy, der seine Herzlichkeit hinter einer fast abstoßend wirkenden Schroffheit verbirgt. Christine Rieder, gespielt von Doris Richter-Bieber, durchschaut das Manöver selbstverständlich sofort, braucht aber doch ihre Zeit, sich seelisch darauf einzustellen. Eine Flasche süßer Sherry, ein von Hermann als sauteuer beklagtes Abendessen und ein feines Tänzchen lassen sie schließlich einen Blick auf seinen „großen bösen Wolf“ tun, der sich letztlich als harmlose Promenadenmischung herausstellt. Für die Räumung des von Siegbert Zivny eingerichteten Wohnzimmers sind Herr Swoboda als unbestechlicher Möbelpacker (Toni Bieber) und dessen junge Gehilfin Langer (Lara Neversal) zuständig. Diese beiden bringen ein erfrischend komisches Element in das an sich nicht bierernste Liebeswerben der Protagonisten. Wenn die Langerin beim Verpacken der Schallplatten im Titel Eroica einen Druckfehler vermutet, weil es ihrer Meinung nach Erotica heißen müsste, darf gelacht werden, genauso aber auch über die Pedanterie von Hermann, wenn er mit Kennermiene darauf beharrt, Waldquelle von Vöslauer geschmacklich unterscheiden zu können.


Kultur & Wein, 13. April 2022