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Vom 21. Jänner bis 11. März 2023:

Wenn zwei Menschen zwei linke Hände haben, macht das »vier linke Hände«.

Dabei ist mit den Händen der beiden Hauptpersonen eigentlich alles in Ordnung –

Schwierigkeiten haben sie nur, Herz und Verstand in Einklang zu bringen.

Ein amüsanter Schlagabtausch zweier Menschen, die nicht miteinander, aber auch nicht

ohneeinander leben können. In jedem Fall ist bei diesem Kampf der Geschlechter Lachen garantiert.

Zwei Rollen wie gemacht für Susanna Hirschler & Christian Spatzek.


Paris. Hochsommer in der Stadt der Liebe. Alle sind im langersehnten Urlaub. Nur Bertrand bleibt lieber in den eigenen vier Wänden und genießt die Stille der Stadt. Doch ein Stockwerk höher tanzt Sophie beschwingt im Abendkleid durch ihre neue Wohnung. Aus gutem Grund, denn sie hat viel vor. Einerseits wird sie heute 40 Jahre alt, andererseits will sie exakt an diesem Tag ihrem Leben ein Ende setzen. Gemütlich lässt Sophie die Wanne volllaufen, gießt sich ein Glas Champagner ein und arrangiert eine Handvoll Schlaftabletten, die ihr Leben beenden soll – denn noch immer hat sie nicht den Mann fürs Leben gefunden.


Ausgerechnet jetzt ruft ihre Freundin Susanne an, um ihr zum Geburtstag zu gratulieren. Sie nimmt Sophie das Versprechen ab, mit dem Selbstmord noch drei Tage zu warten, bis sie aus dem Urlaub zurück sein wird. Damit es ihr nicht langweilig wird, soll sie in der Zwischenzeit einen Menschen glücklich machen, und zwar den erstbesten Mann, der ihr über den Weg läuft. Das kommt schneller als gedacht, denn mittlerweile ist die Badewanne übergelaufen und hat Bertrands Wohnung überschwemmt. Als er – bekleidet mit einem Pyjama älteren Modells – bei ihr klingelt, um sich zu beschweren, will Sophie sofort ihr Versprechen rückgängig machen. Zwar ist er exakt der Erste, aber leider rein optisch nicht der beste Mann. Bertrand, ein Junggeselle wider Willen – schrullig von den zerzausten Haaren bis zu den Schlapfen – erforscht als Professor für alte Geschichte einen untergegangenen indischen Volksstamm.


Die weltgewandte Sophie bemüht sich pflichteifrig, ihr Versprechen einzulösen. Sie lädt den miesepetrigen Bertrand erst zum Schränkeaufhängen (mit bleibender Erinnerung für beider Daumen) und dann zum Essen ein. Zwar kommen sie sich näher, aber ohne Happy End. So betrinkt sich Sophie allein, möchte ihrem Leben endlich ein Ende bereiten, springt aus dem Fenster und landet, statt im Himmel, auf Bertrands Balkon…


Eine herrliche Beziehungskomödie mit trockenem Humor und hohem Tempo. Pierre Chesnot setzt mit absoluter Perfektion zündende Pointen en masse.

VIER LINKE HÄNDE

mit Susanna Hirschler & Christian Spatzek

REGIE: CHRISTIAN SPATZEK

Bühnenbild: Siegbert Zivny

Kostüme: Barbara Langbein

Eine turbulente Beziehungskomödie von Pierre Chesnot

über eine lebensrettende Liebe auf Umwegen

VIER LINKE HÄNDE (Premiere 26. Jänner 2023)

Dass die Komödie am Kai ein Garant für gute Unterhaltung ist, beweist sie derzeit mit der turbulenten Beziehungskomödie VIER LINKE HÄNDE von Pierre Chesnot. Mit Susanne Hirschler und Christian Spatzek wurde somit erfolgreich ins neue Jahr gestartet.


Sophie, die Tochter eines Bonbonfabrikanten und Single will sich zu ihrem 40. Geburtstag wieder einmal das Leben nehmen. All ihre Freunde sind auf Urlaub und sie feiert in ihrer neuen Pariser Wohnung mit sich selbst ihren Jahrestag. Sie ist wohlhabend, aber unglücklich über ihr unerfülltes Leben. So laufen die Vorbereitungen zu ihrem Selbstmord auf Hochtouren. Doch ihre Freundin ruft sie an und kann sie überreden, noch drei Tage zu warten, bis sie aus ihrem Urlaub zurück ist. Bis dahin soll sie einen Menschen glücklich machen, und zwar den ersten Mann, dem sie begegnet.


Und dies dauert nicht lange! Sie hat ihr Badewannenwasser vergessen abzudrehen und so steht kurze Zeit später der Mieter der Wohnung unter ihr triefend nass vor ihrer Tür, da er unfreiwillig geduscht wurde. Bertram ist Professor für Geschichte des Altertums, ein Eigenbrötler und emotional verkümmert. Er ist so gar nicht Sophies Typ, aber sie will ihr Versprechen einlösen. All ihre Bemühungen und Verführungskünste scheinen jedoch bei Bertram abzuprallen. Aber irgendwie können sie nicht miteinander, aber auch nicht ohneeinander. Es entwickelt sich eine turbulente Liebesgeschichte mit jeder Menge Situationskomik und heiteren Dialoge.


Das Stück ist ideal besetzt. Susanne Hirschler mit großer weiblicher Ausstrahlung und etwas chaotisch, Christian Spatzek, der emotional sehr verschlossen ist und in seiner eigenen abgesicherten Welt lebt. Seine Tage sind fix durchstrukturiert und Spontanität ist ein Fremdwort für ihn. Sophie ist das Gegenteil und bringt sein Leben gehörig durcheinander. Gegensätze ziehen sich eben an. Es sind zwei so unterschiedliche Charaktere, die aber auf ihre Art liebenswert sind.

Das Bühnenbild von Siegbert Zivny ist verhältnismäßig aufwendig. Der Umbau zwischen den beiden Wohnungen erfolgt während kurzen Pausen, hinter dem Theatervorhang.


Die Inszenierung von Christian Spatzek ist kurzweilig, stimmig und unterhaltsam und lässt einen den tristen Alltag vergessen.

Im Abschluss an die Premieren-Vorstellung wurde das „Komödie am Kai“-Familienmitglied Andrea Eckstein auf der Bühne von Direktorin Sissy Boran zur Co-Direktorin ernannt. Die beiden bilden bereits seit vielen Jahren ein Dreamteam, dass es hoffentlich noch sehr lange bleiben wird.


VIER LINKE HÄNDE ist noch bis 11. März 2023 in der Komödie am Kai zu sehen.


6 von 6 Sternen: ★★★★★★


Michaela Springer, Musicalcocktail

VIER LINKE HÄNDE an zwei liebenswert Patscherten


Eine Frau & ein Mann betreten den mühsamen Weg zueinander


Paris, Mitte August 2023, also in naher Zukunft: Die Stadt der Liebe ist in der sommerlichen Hitze eingeschlafen, die meisten Pariser sind abgezogen, um in angenehmeren Gefilden Urlaub zu machen. Eine nahezu gespenstische Stille erfüllt die Avenues und Boulevards. Die wenigen, die daheim geblieben sind, versuchen sich ihr Dasein möglichst angenehm zu gestalten – sofern sie nicht an Einsamkeit leiden wie Sophie Delassère, eine verwöhnte Industriellentochter. Die an sich vitale Dame feiert ihren 40. Geburtstag. Auf dem Tisch stehen eine Flasche Champagner und zwei Gläser, mit denen sie sich zuprostet. Niemand sonst will mit ihr auf diesen Anlass anstoßen. Die Freundin vergnügt sich an fernem Strand und gibt ihr lediglich per Telefon ausführlich, aber entbehrlich Ezzes, was Sophie an ihrem weiteren Leben ändern sollte. Der einzige Gast ist die Melancholie, verbunden mit einer Todessehnsucht, die an diesem runden Jubiläum auf Erfüllung drängt.

Pierre Chesnot (*1935), ein französischer Lustspielautor, hat darin das Potential einer Komödie des leisen Humors erkannt. Er lässt ihre Badewanne überlaufen und damit den Nachbar in der Wohnung darunter patschnass und aufgebracht erscheinen. Mit diesem Missgeschick beginnt eine Annäherung zweier vollkommen unterschiedlicher Menschen, der man zu Beginn wenige Chancen gibt. Bertrand Lachaume ist ein verschrobener Historiker, der nach dem Motto „Was gibt es Schöneres, als eine Frau, die vorübergeht“ in seiner Bleibe Archivalien durchackert und in der Freizeit Marionetten bastelt. Ob dieser Sonderling dank Sophie und einer ganzen Reihe von Kleinkatastrophen zur Zweisamkeit bekehrt werden kann? Nehmen Sie sich Zeit und schauen Sie sich´s einfach an, wenn Susanna Hirschler als Sophie ihre nicht unbeachtlichen Reize einsetzt, um Christian Spatzek als staubtrockenen, weil von aller Weiblichkeit enttäuschten Bertrand zum Liebhaber und eventuell sogar zum Lebenspartner für die nächsten 40 Jahre zu bekehren.


Kultur & Wein, 27. Jänner 2023

Eine Komödie als Glücklichmacherin

Die Komödie am Kai punktet mit "Vier linke Hände".


Diese Komödie ist eine Glücklichmacherin. Sie ist, obwohl durchaus pointengesättigt, vielleicht nicht der ganz große Lachschlager, aber "Vier linke Hände" von Pierre Chesnot besitzt etwas wie Zartheit und sogar Weisheit - und das ist mehr, als die meisten Boulevardkomödien bieten.

Zwei Personen nur - aber was für welche: Beide nicht mehr ganz jung, beide hat die lange Vereinsamung mitten in der Stadt zahllose Ticks beschert. Sind die Suizidgedanken der Frau gar echt?

Sophie und Bertrand wohnen im gleichen Haus in Paris, sie in der Wohnung über der seinen. Und dann vergisst sie, das Wasser in der Badewanne abzudrehen. Bei ihm rinnt es durch.

So lernt man einander kennen.

Und einander ablehnen.

Zuerst, wenigstens. Ja, natürlich ist es Komödiennormalität, dass sich die beiden emotional annähern, dass ein Missgeschick auf das andere folgt, aber jedes neue ein weiterer Schritt aufeinander zu ist. Doch wie Chesnot das abhandelt, wie er beider Charaktere, trotz der erwachenden Liebe, sperrig bleiben lässt, das ist großartig.


Glänzende Charaktere


In der Komödie am Kai ist das Bühnenbild von Siegbert Zivny ein Triumph für sich. Die Wohnungen der beiden spiegeln ihren Charakter: Aufgeräumt und modern ist es bei ihr, ein wirres Chaos aus Puppen und Büchern bei ihm. Französische Schlager verkürzen die  Verwandlungspausen.


Virtuos inszeniert hat das Stück Christian Spatzek, der auch den Bertrand übernimmt: Er lässt spüren, dass hinter dessen verhuschter und vertrockneter Pose tiefe Verletzungen stecken, die ihn fast unfähig zu Gefühlen machen. Und gerade Susanna Hirschler als verkrampfte und etwas aufdringliche Sophie soll ihn aus seinem Schneckenhaus herausholen? - Ja, genau sie schafft das, weil sie mit einem Mal "ja" zum Leben sagt. Das ist, wirklich, unfassbar schön!

Wie immer bei Komödien steht und fällt der Erfolg je nachdem, wie sympathisch die Darsteller sind, wie sehr man ihnen ihr Glück gönnt. Das funktioniert hier glänzend. Und schließlich verlässt man das Theater und denkt: Wenn es diesen beiden gelingt, miteinander glücklich zu sein, dann hat jeder Mensch eine Chance, selbst der vereinsamteste Single.


Edwin Baumgartner, Wiener Zeitung