Willkommen       Spielplan       Stücke       Kartenverkauf       Lage       Kontakt       Presse

6. April bis 4. Mai 2024:

Eine herrlich komische & tief menschliche Komödie von Charles Dyer

Szenen einer Ehe – einmal anders.

Der ganz normale Beziehungsalltag eines nicht mehr ganz taufrischen schwulen Paars.

Eine zartbittere und selbstironische Komödie über zwei vom Leben gebeutelte

launische Rechthaber, zwei gemütliche Biedermänner, die genau wie alle sind -

nur eben ein bisschen anders.

UNTER DER TREPPE

mit Gerhard Ernst & Stephan Paryla-Raky

REGIE: KARL ABSENGER

Produktion: Gerhard Ernst

Bühnenbild: Martin Gesslbauer

Ein Theaterabend voller Überraschungen, Lachen, aber auch tiefer Emotionen bietet der Bühnenhit des englischen Dramatikers Charles Dyer. "Unter der Treppe" wurde in mehr als 20 Sprachen übersetzt und 1969 mit Rex Harrison und Richard Burton verfilmt.

Die Geschichte ist nicht neu: Die Liebe ist in die Jahre gekommen, zwei Menschen können nicht miteinander, aber auch nicht ohne einander.

Harry, ein etwas aus der Form geratener und mit Haarausfall geplagter Besitzer eines Friseursalons und Charly, ein für sein Alter noch recht gutaussehender Möchtegern-Schauspieler - dessen Karrierehöhepunkt ein Auftritt in einem Werbespot war, sind das alternde Pärchen, das in Lust und Frust aneinandergekettet ist. Ihre häusliche Idylle in dem kleinen Friseurladen wackelt - man streitet und versöhnt sich, man ärgert sich immer wieder über die Fehler des Partners, man leidet unter den eigenen Unzulänglichkeiten und unter der nicht gerade toleranten Nachbarschaft, man kämpft mit dem Älterwerden - wie ganz „normale" Paare auch.

Doch die bevorstehende Ankunft von Charly‘s Tochter und eine Gerichtsvorladung bescheren den beiden eine schlaflose Nacht – scharfzüngige Sticheleien, unbequeme Wahrheiten und zynische Wortgefechte inklusive. Die körperlichen Makel und menschlichen Schwächen der Beiden sorgen für weiteren Sprengstoff in der mitunter urkomischen „ehelichen“ Auseinandersetzung.

UNTER DER TREPPE Schwul? Was solls, sie lieben einander!


Ein altes Paar und ein ganz normaler Alltag, unaufgeregt und berührend.


Als das Stück „Staircase“ von Charles Dyer 1966 uraufgeführt und drei Jahre später mit Rex Harrison und Richard Burton verfilmt wurde, war es noch ein großes Thema, das für heftige Diskussionen und nicht zuletzt deshalb für einen durchbrechenden Erfolg sorgte. Zwei Männer, schon ein gutes Stück über die besten Jahre hinaus gewachsen, leben zusammen. Es ist mehr als eine WG, es ist eine Liebesbeziehung, die sich im Grund in nichts von einem in die Jahre gekommenen Ehepaar aus Mann und Frau unterscheidet. Die körperlichen Reize sind längst vom unerbittlichen Zahn der Zeit vernichtet. Die Rollen sind klar aufgeteilt, zwischen „ihr“, die kocht und putzt, und ihm, der noch immer von einer Karriere als Schauspieler träumt. Das Geld verdienen die beiden mit einem kleinen Friseursalon. Wenn sie nach Feierabend beisammensitzen, haben sie Zeit zum Streiten, nicht ernsthaft, weil die scheinbaren Auseinandersetzungen durch den einen bedeutenden Umstand nie wirklich ernst werden: Sie lieben einander!

Wenn das Stück mit dem deutschen Titel „Unter der Treppe“ heutzutage aufgeführt wird, gibt es über die beschriebene Konstellation keine Aufregung mehr. Schwule Paare sind zur Selbstverständlichkeit geworden. Deswegen ist es auch schwierig, in das kleinliche Hickhack der beiden Protagonisten noch Spannung zu bringen. Regisseur Karl Absenger konnte sich jedoch auf zwei grandiose Darsteller verlassen. In der von Martin Gesslbauer bescheiden, aber praktisch eingerichteten Küche zeigen Gerhard Ernst als Harry und Stephan Paryla-Raky als Charles, wie sich zwei alte Herren in aller Zuneigung das Leben schwer machen. Der eine trägt, um sich als Frau zu fühlen, auf seinem mittlerweile blanken Haupt einen sehr weiblichen Turban, während der andere noch immer den Feschak gibt, den Mann, der einst sogar eine Tochter gezeugt hat. Diesen beiden Schauspielern ist es zu verdanken, dass dieses Paar ohne Peinlichkeiten seine Liebe ausleben darf und mit fein platzierten Pointen dazu beiträgt, dass eine nicht existente Handlung dennoch nicht langweilig wird.


Kultur & Wein, 10. April 2024

UNTER DER TREPPE (Premiere 9. April 2024)

Es ist die alte Geschichte: Zwei Menschen können nicht miteinander, aber auch nicht ohneeinander. Obwohl das Alltagsleben angespannt ist, der Partner nervt und die Emotionen ständig hochgehen, ist da noch etwas. Tief im Inneren empfindet man doch Liebe und Zuneigung für den anderen. Man teilt die Sorgen und hat Angst um ihn.


Nicht nur die Liebe ist in die Jahre gekommen, auch Harry (Gerhard Ernst) und Charles (Stephan Paryla-Raky) selbst. Harry, ist der mütterliche Typ und Inhaber eines Friseursalons. Der einstige Traum Filialen auf der ganzen Welt zu besitzen, platzte mit seinem Haarausfall. Charles ist ein erfolgloser, aber von sich überzeugter Schauspieler. Seine letzte Werbung mit einem Satz liegt auch schon 10 Jahre zurück. Dennoch hat er seinen Traum von einer großen Karriere noch nicht aufgegeben.


Der plötzliche Besuch von Charlys Tochter nach 20 Jahren und das schwebende Gerichtsverfahren wegen sexueller Belästigung eines Polizisten machen ihn emotional labil. Seine Gefühl lässt er durch Gehässigkeiten an seinem Partner aus, den er zutiefst verletzt. Trotzdem hält Harry zu ihm und bringt Verständnis auf.


Das Stück von Charles Dyer, das 1969 mit Rex Harrison und Richard Burton verfilmt wurde, ist eine Tragikomödie mit Tiefgang. Für diese Charakterstudie ist Gerhard Ernst und Stephan Paryla-Raky eine Idealbesetzung. Die zwei Vollblutschauspieler verstehen es, die Beziehung in den Mittelpunkt zu stellen und nur andeutungsweise der homosexuellen Komponente Raum zu geben. Es ist das ganz normale Zusammenleben zweier Menschen, weit weg von der klischeehaften Überzeichnung einer homosexuellen Beziehung a la „La Cage aux Folles“. Großartig die emotional facettenreichen Interpretationen ihrer Figuren. Man ist gerührt, lacht und ist echauffiert. Das Bühnenbild von Martin Gesslbauer und die Regie von Karl Absenger spiegeln das landläufige und biedere Leben wider: liebevoll aber dennoch in die Jahre gekommen und abgenützt.


UNTER DER TREPPE sollte man nicht versäumen. Das Stück steht noch bis 4. Mai auf dem Spielplan der Komödie am Kai.


5 von 6 Sternen: ★★★★★


Michaela Springer, Musicalcocktail