5. April bis 17. Mai 2025:
Die Komödie über Alterspubertät von Stefan Vögel
nach dem gleichnamigen Bestseller von Maxim Leo und Jochen Gutsch
ÖSTERREICHISCHE ERSTAUFFÜHRUNG
ES IST NUR EINE
PHASE, HASE
mit Eszter Hollósi, Natascha Shalaby,
Lukas Meier, Robert Mohor, Leopold Selinger
REGIE: ROCHUS MILLAUER
Bühnenbild: Martin Gesslbauer
Kostüme: Petra Teufelsbauer
Dienstag bis Samstag um 20 Uhr
So macht Midlife-Crisis Spaß!
Schräg, komisch, ein bisschen durchgeknallt, aber sehr wahrhaftig erzählt dieses Stück
über einen Lebensabschnitt, mit dessen Merkwürdigkeiten Sie nicht gerechnet hätten.
Ein kleiner Trost: Alterspubertierende sind die größte Bevölkerungsgruppe in Europa.
Sie sind nicht allein!

































Pubertät ist schlimm. Klar. Aber nicht so schlimm wie: Alterspubertät! Das muss auch Christiane erkennen, denn bei ihrem Mann Michael schlägt sie an seinem 50. Geburtstag voll zu. Ein kostspieliges Rennrad wird angeschafft, aus dem ehemaligen Kinderzimmer wird ein „Fitnessraum“ und die Ernährung wird auf komplexe Kohlenhydrate umgestellt.
Stefan Vögel hat aus dem „Trostbuch für Alterspubertierende“ ein hoch amüsantes, pointiertes und herrlich ehrliches Stück geschaffen. Falls Sie sich in mancher Situation wiedererkennen sollten: Keine Angst! Es ist nur eine Phase !
#LandausSchnellkritik, „Es ist nur eine Phase, Hase“, Vorpremiere (6. April 2025) der Komödie von Stefan Vögel, Komödie am Kai
Ich empfand das gerade als recht angenehme und gute Mischung. Im ersten Teil recht witzig und etwas rasanter, sehr unterhaltsam, wenn auch recht klar entlang einiger nicht unbekannter Klischees (siehe auch im Video)…
…und im zweiten im Schwerpunkt auch immer wieder etwas tiefer gehend, etwa in diesem (ich sagte es) mich sehr fein berührend schönen Monolog zu den Vorzügen einer längeren Ehe 🙏🏻😍
Anders gesagt. Sehr unterhaltsame und vor allem auch handwerklich gut gemachte (Regie Rochus Millauer 👍🏻) etwas über zwei Stunden. Umgesetzt von einem genau perfekt passend guten Ensemble, Bravo, Eszter Hollósi, Natascha Shalaby, Lukas Meier, Robert Mohor und Leopold A. Selinger 🙏🏻
Sehr schön auch wieder, das Bühnenbild: Martin Gesslbauer und die Kostüme: Petra Teufelsbauer 🙏🏻
Christiane plant zum 50. Geburtstag ihres Mannes Michael eine kleine, aber feine Überraschungsparty. Das Menü ist gekocht und die Torte dekoriert. Doch das Geburtstagskind kommt völlig niedergeschlagen zum Fest: Michael soll in Altersteilzeit!
Die Stimmung ist dahin, daran können auch die besten Freunde Gerald und Evelyn nichts mehr ändern. Es beginnt sich ein emotionaler Sturm zusammenzubrauen: Der Beginn der Alterspubertät.
Das ehemalige Kinderzimmer wird in einen Fitnessraum verwandelt, in der Garage steht ein teures Rennrad, die Ernährung wird auf komplexe Kohlenhydrate umgestellt, das dazu nötige Getreide selbstverständlich in der eigenen Getreidemühle gemahlen. Doch auch bei Gerald und Evelyn hat der Abend einiges verändert. Evelyn hat nicht nur beschlossen zu ihrem wahren Alter zu stehen, sondern ihren Mann kurzerhand gegen einen jungen Griechen eingetauscht.
Der „obdachlose“ Gerald sucht Zuflucht bei seinem besten Freund und so hat Christiane nicht nur ein „Alterspubertier“ im hautengen Radtrikot, sondern auch einen waidwunden Chauvi, der bei Tierfilmen regelmäßig in Tränen ausbricht, zu ertragen. Da kann auch der Medizin-studierende Sohn Lukas nur bedingt Trost spenden, wenn er seiner Mutter erklärt: Es ist nur eine Phase…
ES IST NUR EINE PHASE HASE
Stefan Vögels Bühnenfassung von ES IST NUR EINE PHASE, HASE, basierend auf dem Buch von Maxim Leo und Jochen Gutsch, feierte Premiere an der Komödie am Kai. Das Stück bringt das Phänomen auf die Bühne, das bislang schamvoll verdrängt wurde - die sogenannte Alterspubertät.
Im Zentrum steht Michael, der von seinem Arbeitgeber einen Tag vor seinem 50igsten Geburtstag in Altersteilzeit geschickt wird. Er findet dies als eine Art ausrangieren. Ein von seinen Freunden geschenktes Buch, ist der Auslöser für seinen Umbruch mit Folgen. Michael durchlebt all die Symptome der Alterspubertät von Identitätsverlust, Selbstoptimierungswahn und Rückschau auf verpasste Träume. Aber das soll sich ändern. Das Kinderzimmer wird zum Fitnessstudio, das Rennrad zum Statussymbol und die Ernährung zur Wissenschaft. Ihm zur Seite steht sein Freund Gerald, das genaue Gegenteil von ihm. Er nimmt das Alter mit einer gewissen Selbstsicherheit und Coolness.
Vögel zeichnet mit beiden Figuren ein pointiertes Doppelportrait männlicher Lebensbewältigung in der Lebensmitte.
Leopold Selinger in der Rolle des Michael meistert den schmalen Grat zwischen Selbstmitleid, Größenwahn und verletzlicher Ehrlichkeit mit beeindruckender Leichtigkeit.
An seiner Seite glänzt Eszter Hollósi als seine Frau mit feinem Timing und großer emotionaler Bandbreite. Ihre Mischung aus Überforderung, Fürsorge und ironischer Distanz verleiht der Figur Tiefe, ohne ins kitschige abzudriften.
Ein Highlight sind die Auftritte von Gerald. Robert Mohor balanciert gekonnt zwischen selbstsicherer Männlichkeit und überraschender Sentimentalität. Seine Wandlung zum weichgezeichneten Couchgast sorgt nicht nur für Lacher, sondern für große Sympathie.
Natascha Shalaby als Geralds Frau Evelyn zeigt mit Souveränität ihre resolute Klarheit und Selbstbestimmung.
Auch Michaels Sohn Lukas, Lukas Meier, überzeugt mit trocknem Humor und liefert einen wohltuenden Kontrast zu den aufgewühlten Best Agern.
Rochus Millauer gelingt eine feine und spitzzüngige Inszenierung, ohne ins Klischee zu verfallen. ES IST NUR EINE PHASE, HASE ist eine Komödie mit Biss, charmant und nahe am Leben. Wer sich ertappt fühlt, darf lachen und hoffen, schließlich ist es nur eine Phase.
Noch bis zum 17. Mai in der Komödie am Kai zu sehen.
5 von 6 Sternen: ★★★★★
Komödie am Kai: „Alterspubertät“ zwischen Gefühlschaos und Rastlosigkeit
Michaels 50er steht vor der Tür, und Gattin Christiane hat die perfekte Party für ihn geplant: Das Wohnzimmer ist liebevoll dekoriert, das Geburtstagsmenü ist so gut wie fertig, und die beiden engsten Freunde – das Ehepaar Evelyn und Gerald – werden jeden Moment erwartet. Doch die Stimmung des Geburtstagskindes könnte getrübter nicht sein: Eben hat Michael erfahren, dass ihn die Unternehmensleitung in Altersteilzeit schicken will, obwohl dies erst ab 55 möglich wäre. Michael, so meinen die Vorgesetzten, wäre nicht mehr am Puls der Zeit. An Feiern ist somit nicht mehr zu denken, zudem verfällt der Jung-Pensionist umgehend in hektische Betriebsamkeit: Das ehemalige Kinderzimmer des Sohnes (und angehenden Mediziners) Lukas wird zum Fitnessraum umgebaut, und fortan bewegt sich der frischgebackene 50er zwischen Rennrad, Laufband und Rudergerät. Die Ernährung wird umgestellt, und überhaupt trotzt Michael nach Kräften dem Älterwerden. Doch auch bei Christiane, Evelyn und Gerald scheint sich etwas verändert zu haben, und so finden sich alle vier urplötzlich in einem neuen Lebensabschnitt wieder…
„Es ist nur eine Phase, Hase“ lautet der Titel des Bestsellers des deutschen Autoren-Duos Maxim Leo (* 1970 in Berlin) und Jochen Gutsch (* 1971 ebendort), das Stefan Vögel (* 1969 in Bludenz) zu seinem gleichnamigen Stück umgearbeitet hat. Für die Komödie am Kai hat sich Rochus Millauer des Stoffes dieses „Trostbuches für Alterspubertierende“ (so der Untertitel des Werkes) angenommen und diesen mit einem wunderbaren Ensemble sehr greifbar und pointiert inszeniert. Leopold Selinger verkörpert den in seinen Grundfesten erschütterten Michael mit der ganzen Bandbreite zwischen Schockzustand und Rastlosigkeit, das Gefühlschaos des unfreiwillig in den Vorruhestand Geschickten nimmt man ihm wirklich ab. Eszter Hollósi beindruckt als Christiane mit einer sehr nuancierten Darstellung der einerseits vor den Kopf gestoßenen Ehefrau, die vom Benehmen ihres Gatten völlig irritiert ist, ihm andererseits aber auch Stütze sein möchte, um die neuen Zustände erst einmal bewältigen zu können.
Großartig agiert Robert Mohor als Gerald, der das krasse Gegenteil seines Freundes Michael darstellt: Zwar ist er noch immer fest in seiner maskulinen Existenz verankert, doch bröckelt zusehends (und glaubwürdig für das Publikum) Geralds machohafte Fassade, wenn seine Frau Evelyn ihn vor vollendete Tatsachen stellt. Denn auch sie schafft Fakten und bricht zu neuen Ufern auf, indem sie sich einen Liebhaber aus Griechenland zulegt – woraufhin Gerald Zuflucht bei Michael und Christiane sucht. Sehr überzeugend mimt Natascha Shalaby hier einen resoluten, selbstbewussten Frauencharakter mit der Fähigkeit zur Selbstreflexion. Zwischen all diesen Verwirrungen behauptet sich Lukas, der Sohn des Hauses, mit seiner wissenschaftlichen Expertise als abgeklärter Jung-Arzt, den Lukas Meier sehr plausibel darstellt. Martin Gesslbauer hat die Bühne mit einem schicken Wohnzimmer samt eleganter Couch und ebensolchem Sideboard ausgestattet, von Petra Teufelsbauer stammen die dazu passenden Kostüme.
Insgesamt präsentiert sich das Stück als sehr ansprechende und höchst amüsante Auseinandersetzung des facettenreichen Themas Midlife-Crisis. Bei all den gut gesetzten Pointen aber bleibt die Frage offen, ob es sich bei der „Alterspubertät“ wirklich nur um eine Phase handelt. Die Antwort darauf zu finden, bleibt jedem selbst überlassen…
